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Geschichte

Ende des 15. Jahrhunderts war es der Schlossbesitzer Wolf von Wolfskeel leid, jeden Sonntag ins benachbarte Fuchsstadt zum Gottesdienst zu laufen und ließ deshalb die Trinitatiskirche bauen. Sicher war das nicht der einzige Grund, verhalf er doch seinem Dorf mit dem Kirchenbau zu größerem Ansehen.

Im Jahr 1490 wurde der Bau veranlasst. Am Trinitatissonntag 1493 war es dann soweit: Die kleine Kirche, damals ohne eingezogenen Chor und flach gedeckt, konnte geweiht werden. Dieser Teil der Kirche ist bis heute durch die gotischen Maßwerkfenster gut erkennbar. Bereits hundert Jahre später musste sie, um dem Wachstum der Gemeinde Rechnung zu tragen, nach Westen hin erweitert werden und dürfte ihr heutiges Aussehen mit dem steilen Dach und dem niedrigen Turm erhalten haben.

Zwischen 1570 und 1581 treten die Reichsfreiherren Jakob und Hans von Wofskeel in Rottenbauer mit der ganzen Gemeinde zur Reformation über. Es galt der Grundsatz: cuius regio, eius religio. Die Herren bestimmten die Konfession ihrer Untertanen. Gut 100 Jahre später kehrt einer ihrer Nachfahren, Hans Christof senior von Wolfskeel, in den Schoß der katholischen Kirche zurück. Von dieser Zeit an wuchs die katholische Bevölkerung Rottenbauers stetig an und übertraf bald die Zahl der Evangelischen.

Im Jahr 1804 stirbt die Linie der Wolfskeels in Rottenbauer aus. Das Gut wird verkauft und ist heute in Privatbesitz. 1809 wird in Rottenbauer eine eigene katholische Kuratie errichtet, die 1834 nach dem Bau der katholischen Kirche St. Josef zur Pfarrei erhoben wird.

Das Verhältnis von Evangelischen und Katholiken war in den vergangenen Jahrhunderten sicher nicht immer spannungsfrei. Beredtes Zeugnis dafür ist, dass es bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zwei Konfessionsschulen am Ort gab. Heute leben beide Gemeinden in einem gutnachbarlichen Miteinander. Ökumenische Gottesdienste und gemeinsame Veranstaltungen, wie der Weltgebetstag, die ökumenische Kinderbibelwoche oder der ökumenische Seniorennachmittag sind lebendige Zeichen dafür.

Die Zahl der Gemeindeglieder der evangelischen Trinitatisgemeinde hat 2010 die Tausend überschritten. Höhepunkte aus der jüngeren Geschichte der Trinitatiskirche waren die Kirchenrenovierung 1974, die 500.-Jahrfeier der Trinitatiskirche 1993, die Gründung unseres Kindergartens 1989 und der Bau von Kindergarten und Gemeindesaal im Jahr 2000. Im Oktober 2011 konnten wir unseren Neubau einweihen, der an die Stelle des alten Mesnerhauses getreten ist. Dieses Haus bietet im Erdgeschoss Platz für zwölf Kleinkinder und erweitert unseren Kindergarten. Im Obergesoss ist ein schöner Gemeinderaum entstanden.